Stein raus – was nun?

Der Stein ist raus – was nun?

Harnsteine unterscheiden sich nicht nur in Form, Farbe, Ort ihres Auftretens und Kristallstruktur, sondern vor allem auch in ihrer chemischen Zusammensetzung. Alle diese Daten geben wichtige Hinweise auf die Ursachen der Bildung dieser meist sehr schmerzhaften Quälgeister. Die nächste wichtige Maßnahme nach Entfernung eines Steines ist daher die genaue Steinanalyse. Dazu wird der Stein insgesamt, oder die nach der Zertrümmerung aufgefangenen Fragmente, in ein Speziallabor eingesandt. Aus den verschiedenen Schichten des Steines kann der Verlauf der Bildung zurückverfolgt werden. Für die spezielle Analyse ist nur sehr wenig Material erforderlich, so dass auch aus wenigen Körnern ein sicheres Ergebnis erhalten werden kann. Anerkannte Methoden zur Harnstein-Analyse sind Infrarotspektrometrie und Röntgendiffraktion. Andere Methoden führen häufig zu fehlerhaften Ergebnissen! Die Zusammensetzung eines Harnsteines gibt wichtige Hinweise auf die Ursachen seiner Bildung.

Jeder Harnstein sollte genau analysiert werden. Die Mehrzahl der Steine besteht aus mehreren Komponenten.

Harnsteine sind nicht die eigentliche Krankheit!

Der meist so schmerzhafte Stein ist nur das Endprodukt vielfältiger Ursachen, wie z.B.:

  • Überernährung mit purinhaltigen Speisen wie tierisches Eiweiß
  • Übergewicht
  • Gicht
  • Diabetes mellitus
  • Geringe Flüssigkeitszufuhr oder hohe Flüssigkeitsverluste
  • Erhöhte Aufnahme von oxalathaltigen Speisen
  • Fehlregulierung im Darm
  • Stoffwechselstörungen verschiedener Art
  • Entzündungen
  • Fehlbildungen der Nieren
  • Behinderung des Harnflusses
  • Genetische Defekte
  • Stress

Über 50 % der Steinpatienten bilden nach kurzer Zeit einen neuen Stein. Durch die meist sehr komplexen Vorgänge, die einer Steinbildung vorausgehen, ist bei wiederholter Steinerkrankung eine umfassende Abklärung unbedingt nötig. Dazu sind sehr spezifische Untersuchungen von Blut und Harn erforderlich.

Durch spezielle Untersuchungen von Blut und Harn kann der Arzt die Ursache der Steinerkrankung ermitteln. Bewegungsmangel, Übergewicht und Stress sind Risiken für eine Harnsteinerkrankung.

Metaphylaxe von Kalziumoxalatsteinen

Metaphylaxe ist die Verhinderung der Wiederkehr einer Erkrankung (= Rezidivprophylaxe). Wenn Kalziumoxalatsteine immer wieder gebildet werden, sollte eine Metaphylaxe mit Alkalicitraten wie Blemaren N durchgeführt werden. Alkalicitrate lösen Kalziumoxalatsteine zwar nicht auf, verhindern aber ihr Wachstum. So ist die Chance größer, dass kleinere Kalziumoxalatsteine und -fragmente spontan ausgeschieden werden. Besonders nach ESWL wird eine medikamentöse Metaphylaxe empfohlen, da verbliebene Fragmente als Kristallisationskeime das Wachstum neuer Steine begünstigen.

Ernährungstipps

Ernährungstipps

Mit der Entwicklung des Wohlstandes treten bestimmte Krankheiten auf, die durch Überernährung bedingt sind. Dazu zählt auch das Harnsteinleiden. Mit der täglichen Nahrung werden dabei zu viel tierisches Eiweiß und Fett aus Fleisch- und Wurstwaren, aber auch zu viel Zucker und zu geringe Mengen an Ballaststoffen aufgenommen. Auch der Kochsalzkonsum liegt meist 100 bis 200 % über dem Bedarf. Durch die Überernährung kommt es zu Absorptionsstörungen im Darm und in der Folge zu Stoffwechselbelastungen, die letztlich die Harnzusammensetzung so verändern, dass Kristalle und Harnsteine entstehen können.

Jeder Harnsteinpatient sollte seine Ernährungsgewohnheiten kritisch überprüfen.

Sofern die Zusammensetzung des Harnsteines (noch) nicht bekannt ist, sind allgemeine Anpassungen an eine gesunde Ernährung zu empfehlen. Die Einhaltung einer strengen Diät ist beim Harnsteinleiden nicht erforderlich. Folgende Hinweise sind bei allen Harnsteinarten ein Beitrag zur Verhinderung neuer Erkrankungen:

  • Zur Reduktion der Aufnahme von tierischem Eiweiß sollten nicht mehr als 150 g Fleisch, Wurstwaren oder Fisch pro Tag verzehrt werden.
  • An zwei Tagen in der Woche ist es sinnvoll, ganz auf tierische Produkte zu verzichten.
  • Durch Gemüse, Obst und Vollkornprodukte können reichlich Ballaststoffe zugeführt werden.
  • Es gibt einige Lebensmittel, die sehr viel Oxalat enthalten und daher gemieden werden sollten (z.B. Spinat, Rhabarber, Mangold und Nüsse)
  • Die Ernährung sollte so ausgewogen sein, dass kein Übergewicht entsteht.

Bei unbekannter Steinart ist eine gemischte, vitaminreiche Kost mit reichlich Ballaststoffen zu empfehlen.

Ernährungsempfehlungen für Patienten mit Steinen aus:

Kalziumoxalat

Ernährungsempfehlungen für Patienten mit Kalziumoxalatsteinen

Die Analyse Ihrer Harnsteine hat als Hauptbestandteil Kalziumoxalat ergeben. Heute bestehen 70 - 85 % aller Harnsteine aus Kalziumoxalat!

Wir unterscheiden zwei Formen von Kalziumoxalat, die mit den mineralogischen Namen Whewellit und Weddellit bezeichnet werden. Whewellit-Steine sind sehr fest und bilden sich langsam, während Weddellit-Steine eine lockere Struktur mit spitzen Kristallen besitzen. Letztere können sich schnell erneut bilden (Rezidivgefahr!).

Neben anderen Faktoren spielen die Ernährungs- und Trinkgewohnheiten für die Bildung von Kalziumoxalatsteinen eine große Rolle. Durch Anpassung der Ernährung können Sie ganz erheblich zur Verhinderung neuer Steine beitragen.

Sie müssen dazu keine Diät einhalten!

Für Sie als Kalziumoxalat-Steinpatient sind aber folgende Empfehlungen wichtig:

Flüssigkeitszufuhr:

Sie sollten stets über den Tag verteilt so viel trinken, dass 2,0 bis 2,5 Liter Harn gebildet werden. Ohne körperliche Belastung und bei normalen Außentemperaturen (nicht über 20° C) reichen dafür 2 bis 2,5 Liter Getränke. Bei veränderten Bedingungen – z.B. starkem Schwitzen – muss deutlich mehr getrunken werden.

Überprüfen Sie die Menge des Harns über 24 Stunden (z.B. von 7.00 Uhr bis 7.00 Uhr des nächsten Tages) durch Sammeln in ein Gefäß. Ziel: 2,0 bis 2,5 Liter pro Tag.

Nehmen Sie keine Getränke in großen Mengen auf, die die Bildung von Kalziumoxalatsteinen fördern. Besser verzichten Sie auf diese Getränke ganz:

  • alle Alkoholika (auch Bier!)
  • Kaffee, schwarzer Tee
  • Cola und Limonaden-Getränke
  • Milch

Neutrale Getränke, die Sie in beliebigen Mengen trinken können, sind:

  • Leitungswasser, mineralstoffarme Mineralwässer
  • Nieren-, Blasen- und Früchtetees
  • verdünnter Apfelsaft

Bestimmte Getränke wirken alkalisierend und tragen dadurch zur Verhinderung der Bildung von Kalziumoxalatsteinen direkt bei – bauen Sie diese in Ihr Getränkeprogramm ein:

  • Mineralwässer mit über 1500 mg/l Bikarbonat (HCO3-)
  • Citrussäfte (Orangen-, Limonen-, Citronen-, Grapefruitsaft), jedoch nicht mehr als 500 ml (1/2 Liter) pro Tag und am besten mit Wasser verdünnt – hoher Kaloriengehalt!

Alle Wässer und ungezuckerten Tees enthalten keine Kalorien!

Trinken Sie vor dem Schlafengehen noch einmal ca. 250 ml (1/4 Liter), so dass Sie in der Nacht einmal aufstehen müssen und trinken Sie dann auch wieder ein Glas nach.

Durch eine gleichmäßige Durchspülung können sich keine Kristalle in den Nieren oder der Blase festsetzen.

Da Kalziumoxalatsteine aus Kalzium und Oxalsäure gebildet werden, sollten Sie bei der Nahrungsauswahl auf diese Stoffe achten.

Jedoch ist zu unterscheiden: Der Körper benötigt kein Oxalat, es wird aber im Stoffwechsel als Endprodukt gebildet und muss über die Nieren ausgeschieden werden – es ist also nicht notwendig, Oxalat mit der Nahrung zusätzlich aufzunehmen.

Daher meiden Sie bitte stark oxalathaltige Nahrungsmittel, wie:

  • Rhabarber
  • rote Bete, Spinat, Mangold
  • viele Nüsse/Mandeln
  • starke Kakaoprodukte

Aber der Körper benötigt Kalzium (Knochenstoffwechsel u.a.). Es muss daher regelmäßig Kalzium mit der Nahrung zugeführt werden. Daher sollten Sie auch 1000 - 1200 mg Kalzium pro Tag aufnehmen. Eine normale Mischkost ohne Milchprodukte enthält etwa 500 mg Kalzium, ca. weitere 500 mg sollten Sie mit mäßigen Mengen von Milchprodukten über den Tag verteilt zuführen.

Das sind z.B. pro Tag:

  • 3 Gläser Milch oder 2 - 3 Joghurt
  • 50 g Hartkäse oder 100 g Weichkäse
  • 100 g Camembert oder 300 g Quark

Trinken Sie die Milch zum Salat!

Nahezu alle pflanzlichen Nahrungsmittel enthalten geringe Mengen Oxalat, welches der Körper jedoch nicht benötigt. Daher sollte die Aufnahme in den Körper verhindert werden. Dies gelingt, wenn mit den gering oxalathaltigen Speisen auch Kalzium zugeführt wird. Dann bildet sich bereits im Darm schwerlösliches Kalziumoxalat, welches mit dem Stuhlgang ausgeschieden wird. Daher ist für Sie als Kalziumoxalat-Steinpatient auch die ausreichende Zufuhr von Kalzium wichtig. Jedoch sollten nicht mehr als maximal 1200 mg Kalzium pro Tag aufgenommen werden, denn darüber hinaus steigt wiederum die Gefahr der Kalziumoxalat-Steinbildung.

Kalziumoxalat-Steinpatienten dürfen auf Milchprodukte nicht vollständig verzichten! Kalzium bindet Oxalat im Darm, und wird für die Knochengesundheit benötigt.

Tierisches Eiweiß und alkoholhaltige Getränke führen zu einer vermehrten Bildung von „Säure“ im Körper, die über die Nieren ausgeschieden wird. Durch sauren Harn (pH-Wert kleiner 6,2) wird die Kalziumoxalat-Steinbildung begünstigt.

Daher sollten Sie den Verzehr von Fleisch- und Wurstwaren (auch Innereien und Räucherfisch) auf 150 g/Tag beschränken. Ein bis zwei Tage pro Woche kann auch ganz auf diese Nahrungsmittel verzichtet werden. Eine ausschließlich vegetarische Ernährung bedarf jedoch einer genauen Kontrolle der Nährstoffzufuhr!

Den Alkoholkonsum sollten Sie stark einschränken.

Durch eine bewusst angepasste Ernährung können Sie sehr viel zur Verhinderung einer neuen Steinbildung beitragen.

Eine vegetarisch betonte, ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Salaten, Gemüse und kontrolliert dosierten Milchprodukten (nach Volumen / Liter oder Masse / Gramm) sowie eine ausreichende Harnverdünnung tragen erheblich zur Metaphylaxe (Verhinderung erneuter Steinbildung) von Kalziumoxalatsteinen bei.

Es ist wissenschaftlich gesichert, dass Übergewicht die Harnsteinbildung fördert. Daher sollten Sie Normalgewicht halten oder zumindest anstreben!

Falls sich dennoch erneut Steine bilden, sollten Sie Ihre Blut- und Harnwerte überprüfen lassen.

Harnsäure

Ernährungsempfehlungen für Patienten mit Harnsäuresteinen

Die Analyse Ihrer Harnsteine hat als Hauptbestandteil Harnsäure ergeben. Heute bestehen 10 - 20 % aller Harnsteine aus Harnsäure! Neben reiner Harnsäure kann auch Harnsäure-Dihydrat oder Kalziumoxalat (Whewellit) als Mischpartner in Harnsäuresteinen auftreten.

Die Bildung von Harnsäursteinen ist außerordentlich ernährungsabhängig. Dies wird auch dadurch deutlich, dass in Regionen, in denen viel Bier getrunken und deftig gegessen wird, häufiger Harnsäure-Steine auftreten.

Bei einer Harnsäuresteinbildung liegt meist ein sehr saurer Harn (pH-Wert kleiner als 6,0) und ein hoher Harnsäurewert im Blut vor. Es besteht auch die Gefahr einer Gichterkrankung.

Die positive Nachricht für Sie ist:

Harnsäuresteine können bereits im Körper medikamentös aufgelöst werden!

Durch Umstellung der Ernährung und medikamentöse Maßnahmen kann eine Neubildung dieser Steine bei Ihnen sicher verhindert werden – wichtig ist Ihre Mitarbeit!

Überprüfen Sie den Harn-pH anfangs bei jedem Wasserlassen mit Blema-Strip®; er sollte stets zwischen 6,5 und 7,0 liegen (morgens ist er meist niedrig und tagsüber höher).

Überprüfen Sie Ihr Körpergewicht – Sie sollten Normalgewicht anstreben.

Überprüfen Sie Ihre Essgewohnheiten – zwei fleisch- und wurstfreie Tage pro Woche sind dringend zu empfehlen. Essen Sie reichlich Gemüse und Salate.

Überprüfen Sie immer wieder Ihre tägliche Harnmenge, mindestens einmal pro Woche. Sie sollten stets 2,0 bis 2,5 Liter Harn pro Tag bilden.

Sie müssen dazu aber keine strenge Diät einhalten!

Sie sollten die Risiken bestimmter Lebensmittel und Getränke kennen:

  • Es sollte wenig Harnsäure im Körper gebildet werden.
  • Es sollten wenig Säurevalenzen durch Getränke und Lebensmittel im Körper entstehen.

Empfehlungen für die Auswahl der Getränke:

Nehmen Sie keine säuernden Getränke in großen Mengen auf:

  • Bier und andere Alkoholika
  • Cola und Limonaden-Getränke
  • Preiselbeersaft
  • Bohnenkaffee, schwarzer Tee

Neutrale Getränke, die Sie in beliebigen Mengen trinken können, sind:

  • Leitungswasser, mineralstoffarme Mineralwässer
  • Nieren-, Blasen- und Früchtetees
  • verdünnter Apfelsaft

Bestimmte Getränke wirken alkalisierend und tragen so zur Verhinderung von Harnsäuresteinen direkt bei:

Die folgenden Getränke sollten ständig in Ihrem Getränkeprogramm vorkommen:

  • Mineralwässer mit über 1500 mg/l Bikarbonat (HCO3-)
  • Citrussäfte (Orangen-, Limonen-, Citronen-, Grapefruitsaft), jedoch nicht mehr als 500 ml (1/2 Liter) pro Tag und am besten mit Wasser verdünnt (Kaloriengehalt!)

Alle Wässer und ungezuckerten Tees enthalten keine Kalorien!

Trinken Sie vor dem Schlafengehen noch einmal ca. 250 ml (1/4 Liter), so dass Sie in der Nacht einmal aufstehen müssen und trinken Sie dann auch wieder ein Glas nach.

Durch eine gleichmäßige Durchspülung der Nieren mit Getränken, die den Harn-pH auf 6,5 bis 7,0 einstellen, können Harnsäurekristalle aufgelöst werden.

Essen Sie pro Tag nicht mehr als 150 g Fleisch, Fisch oder Wurstwaren.

Lebensmittel mit hoher Harnsäurebildung:

  • Innereien (Leber, Niere, Herz, Bries)
  • fettes Fleisch, fetter Fisch
  • Haut von Geflügel und Fisch
  • Hering, Sardellen, Sardinen, Schalentiere
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Sojabohnen)

Pflanzliche Lebensmittel alkalisieren den Harn und sind für Sie sehr günstig:

  • Salate, Gemüse (außer Hülsenfrüchte), Obst

Streben Sie eine vegetarisch betonte Ernährung an!

Schränken Sie den Alkoholkonsum ein!

Sie sollten Normalgewicht halten oder anstreben!

Überprüfen Sie den Harn-pH im Tagesverlauf!

Falls sich dennoch erneut Steine bilden, lassen Sie diese untersuchen, denn es ist ein Steinartwechsel möglich!

Kalziumphosphat

Ernährungsempfehlungen für Patienten mit Kalziumphosphatsteinen

Die Analyse Ihrer Harnsteine hat als Hauptbestandteil Kalziumphosphat (Karbonatapatit) ergeben.

Reine Karbonatapatitsteine sind relativ selten, meist kommt diese Steinsubstanz zusammen mit Kalziumoxalat vor. Auch Infektsteine (Struvitsteine) können Karbonatapatit als Mischpartner enthalten. Daher ist stets eine genaue Analyse der Steine erforderlich. Bitte beachten Sie dies, sofern noch weitere Steine abgehen oder entfernt werden.

Sofern ein Harnwegsinfekt vorliegt, nehmen Sie bitte die verordneten Medikamente regelmäßig ein!

Neben möglichen Stoffwechselveränderungen können auch Ihre Ernährung und Ihre Trinkgewohnheiten für die Steinbildung verantwortlich sein.

Zur Verhinderung einer erneuten Steinbildung müssen Sie keine Diät einhalten!

Flüssigkeitszufuhr:

Sie sollten stets über den Tag verteilt so viel trinken, dass 2,0 bis 2,5 Liter Harn gebildet werden. Ohne körperliche Belastung und bei normalen Außentemperaturen (nicht über 20° C) reichen dafür 2 bis 2,5 Liter Getränke. Bei veränderten Bedingungen – z.B. starkem Schwitzen - muss deutlich mehr getrunken werden.

Überprüfen Sie die Menge des Harns über 24 Stunden (z.B. von 7.00 Uhr bis 7.00 Uhr des nächsten Tages) durch Sammeln in ein Gefäß. Ziel: 2,0 bis 2,5 Liter pro Tag.

Nehmen Sie keine Getränke in großen Mengen auf, die eine Bildung von Kalziumphosphatsteinen fördern:

  • alle Alkoholika (auch Bier!)
  • Kaffee, schwarzer Tee
  • Cola und Limonaden-Getränke
  • Milch
  • Citrussäfte
  • Mineralwässer mit über 500 mg pro Liter Bikarbonat (HCO3-s)

Neutrale Getränke, die Sie in beliebigen Mengen trinken können, sind:

  • Leitungswasser, mineralstoffarme Mineralwässer
  • Nieren-, Blasen- und Früchtetees
  • verdünnter Apfelsaft

Alle Wässer und ungezuckerten Tees enthalten keine Kalorien!

Trinken Sie vor dem Schlafengehen noch einmal ca. 250 ml (1/4 Liter), so dass Sie in der Nacht einmal aufstehen müssen und trinken Sie dann auch wieder ein Glas nach.

Kontrollieren Sie regelmäßig den Harn-pH mit speziellen pH-Teststreifen für Harn (BlemaStrip®); der pH-Wert sollte bei den von Ihnen gebildeten Harnsteinen unter 6,5 liegen.

Das spezifische Gewicht des Harns (= Harndichte) kontrollieren Sie bitte mit einer anderen Art von Teststreifen oder einer Harnspindel – es sollte stets weniger als 1010 g/l betragen.

Bei einer gleichmäßigen Durchspülung können sich keine Kristalle in den Nieren oder der Blase festsetzen!

Ernährungstipps:

Grundsätzlich ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche Mischkost zu empfehlen. Eine rein vegetarische Kost kann die Kalziumphosphat-Steinbildung begünstigen.

Lebensmittel mit hohem Kalzium- und Phosphatgehalt benötigt der Körper. Werden jedoch zu viele davon konsumiert, kommt es zu erhöhter Ausscheidung dieser Substanzen über den Harn.

Der tägliche Kalziumbedarf liegt bei 1000 bis 1200 mg. 500 mg Kalzium werden auch ohne Milchprodukte mit einer normalen Mischkost aufgenommen. Weitere 500 mg bis maximal 700 mg Kalzium sollten durch Milch und Milchprodukte zugeführt werden.

Für Sie als Kalziumphosphat-Steinpatient ist eine zusätzliche Zufuhr von 500 mg Kalzium pro Tag ausreichend:

Beispiel 1 (Gesamt-Kalziumgehalt = 505 mg)
Kalzium-(Ca-)Gehalt
1 Glas Milch (100 ml)120 mg
150 g Fruchtjoghurt180 mg
40 g Brie-Käse160 mg
45 g Frischkäse45 mg
Beispiel 2 (Gesamt-Kalziumgehalt = 502 mg)
Kalzium-(Ca-)Gehalt
50 g Mozzarella200 mg
125 g Quark107 mg
60 g Eiscreme90 mg
50 ml Milch60 mg
45 g Frischkäse45 mg
  • Hart- und Schnittkäse enthalten hohe Mengen Kalzium und Phosphat und sollten nur in kleinen Mengen verzehrt werden.
  • Tierische Proteine (Eiweiße) in großen Mengen führen zu einer erhöhten Ausscheidung von Kalzium über die Nieren. Bitte nehmen Sie nicht mehr als 150 g Fleisch, Fisch oder Wurstwaren am Tag auf.
  • Phosphatreiche Lebensmittel, wie z.B. Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Sojabohnen), Leber, Nüsse oder Kakaoprodukte sollten nicht regelmäßig auf Ihrem Speisezettel stehen.
  • Kochsalz wird meist weit über den täglichen Bedarf mit der Nahrung aufgenommen und führt ebenfalls zu einer Steigerung der Kalziumausscheidung mit dem Harn. Verwenden Sie besser andere Gewürze.

Wie bereits gesagt:

Sie müssen keine strenge Diät einhalten, aber Sie sollten über einige Risiken der Ernährung und Getränkezufuhr nachdenken und selbige berücksichtigen.

Durch eine bewusst angepasste Ernährung können Sie sehr viel zur Verhinderung einer neuen Steinbildung beitragen. Es ist wissenschaftlich gesichert, dass Übergewicht die Harnsteinbildung fördert, daher sollten Sie Normalgewicht halten oder zumindest anstreben!

Eine vegetarisch betonte, ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Salaten, Gemüse und kontrolliert dosierten Milchprodukten (nach Volumen / Liter oder Masse / Gramm) sowie eine ausreichende Harnmenge und damit Harnverdünnung tragen erheblich zur Rezidivprophylaxe (Verhinderung erneuter Steinbildung) bei Kalziumphosphatsteinen bei.

Falls sich dennoch erneut Steine bilden, sollten Sie Ihre Blut- und Harnwerte überprüfen lassen.